Archive | September, 2006

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In wie weit kann sich eine Religion/Ideologie verändern?

Posted on 16 September 2006 by Helge Seekamp

Eine der coolsten Innovationen wäre es, wenn sich jahrtausendealte Religionen/Ideologien verändern. Die erste Rückfrage zu dieser These: Ist das überhaupt zu wünschen? Eigentlich wohl nicht, weil es in solchen Feldern doch um den Erhalt einer (überlebens-)wichtigen Tradition geht.Aber… aus aktuellem Anlass in einer medial gesehen dörflichen Welt… wünschen sich einige z.B. die Veränderung des Islams (später in diesem Artikel wird deutlich werden, dass auch Christentum und Moderne/Postmoderne sich kritisch hinterfragen müssen). Und das kam so…
Grobgliederung:
1. erst einmal die Vorgeschichte,
2. dann die aktuelle Vorlesung des Papstes samt ihrer medialen Erschütterungen,
3. Die Schlussfolgerungen für unsere Welt…

1. In einem nicht beachteten (transskribierten) Radiointerview in den USA wurde über einem privaten Islam-Seminar auf der Sommerresidenz des Papstes berichtet:

Strange as it may seem, the pope must whisper when he wants to state agreement with conventional Muslim opinion, namely that the Koranic prophecy is fixed for all time such that Islam cannot reform itself. If Islam cannot change, then a likely outcome will be civilizational war, something too horrific for US leaders to contemplate. What Benedict XVI thinks about the likelihood of civilizational war I do not know. Two elements of context, though, set in relief his reported comments concerning Islam’s incapacity to reform.

Ganz im Gegensatz zur Prämissen eines Präsidenten Bush in Washington (der davon ausgeht, dass sich der Islam eben unter demokratischen Umständen im Irak z.B. natürlich zu einer liberalen Bewegung entwickeln wird) wendet der Papst ein, dass das allein durch das Offenbarungsverständnins nicht möglich sei. Der Koran ist „Verbalinspiriert“ (durch den Engel Gabriel wörtlich an Mohammend übergeben), die Worte der jüdisch-christlichen Offenbarung sind durch sterbliche (irrtumsfähige) Menschen übermittelt, was einer Interpreation und Reinterpretation (also Diskussion) die Tür öffnet.

Soweit in Kürze dieser sehr aufschlussreiche Bericht über das private Seminar mit dem Papst (Bericht vom 10. Jan. 2006 in der ASIAN TIMES)

2. Anlass für dieses Thema sind die heute berichteten Reaktionen auf die Vorlesung des Papstes über das Verhältnis von Vernunft und Glauben in Regensburg.

Zusammengefasst lautet die These des Papstes auch hier: Veränderungen des Islams sind nicht zu erwarten, wenn wir annehmen, dass theologische Prämissen grundlegend verändert werden müssen, um ein neues Offenbarungsverständnis und in der Folge auch ein neues Gottesverständnis im Islam zu entwickeln.

Papst Benedikt XVI. zitiert zwar einen alten Religions-Dialog

untermauert damit aber seine Argumentation, dass in der Theologie des Islam keine Verbindung zwischen Vernunft und Gottesoffenbarung möglich sei, weil „Gott“ sich nur sich selbst gegenüber verantworten muss, nicht aber menschlicher Vernunft… Hier das Originalzitat vom Papst:
Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt lautet: Nicht vernunftgemäß handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider. Der Herausgeber, Theodore Khoury, kommentiert dazu: Für den Kaiser als einen in griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit. Khoury zitiert dazu eine Arbeit des bekannten französischen Islamologen R. Arnaldez, der darauf hinweist, daß Ibn Hazn so weit gehe zu erklären, daß Gott auch nicht durch sein eigenes Wort gehalten sei und daß nichts ihn dazu verpflichte, uns die Wahrheit zu offenbaren. Wenn er es wollte, müsse der Mensch auch Idolatrie treiben.
Hier tut sich ein Scheideweg im Verständnis Gottes und so in der konkreten Verwirklichung von Religion auf, der uns heute ganz unmittelbar herausfordert. Ist es nur griechisch zu glauben, daß vernunftwidrig zu handeln dem Wesen Gottes zuwider ist, oder gilt das immer und in sich selbst? Ich denke, daß an dieser Stelle der tiefe Einklang zwischen dem, was im besten Sinn griechisch ist und dem auf der Bibel gründenden Gottesglauben sichtbar wird.

Damit deutlich wird, dass der Papst auch christentumsintern kritisch denkt folgt sofort die nächste Passage, in der sehr selbstkritische Töne gegenüber christlichen Lehrentwicklungen anschlägt. Diese Töne sind auch für protestantische „Extremisten“ notwendig zu hören…
Hier ist der Redlichkeit halber anzumerken, daß sich im Spätmittelalter Tendenzen der Theologie entwickelt haben, die diese Synthese von Griechischem und Christlichem aufsprengen. Gegenüber dem sogenannten augustinischen und thomistischen Intellektualismus beginnt bei Duns Scotus eine Position des Voluntarismus, die schließlich dahinführte zu sagen, wir kennten von Gott nur seine Voluntas ordinata. Jenseits davon gebe es die Freiheit Gottes, kraft derer er ja auch das Gegenteil von allem, was er getan hat, hätte machen und tun können. Hier zeichnen sich Positionen ab, die denen von Ibn Hazn durchaus nahekommen können und auf das Bild eines Willkür-Gottes zulaufen könnten, der auch nicht an die Wahrheit und an das Gute gebunden ist. Die Transzendenz und die Andersheit Gottes werden so weit übersteigert, daß auch unsere Vernunft, unser Sinn für das Wahre und Gute kein wirklicher Spiegel Gottes mehr sind, dessen abgründige Möglichkeiten hinter seinen tatsächlichen Entscheiden für uns ewig unzugänglich und verborgen bleiben. Demgegenüber hat der kirchliche Glaube immer daran festgehalten, daß es zwischen Gott und uns, zwischen seinem ewigen Schöpfergeist und unserer geschaffenen Vernunft eine wirkliche Analogie gibt, in der zwar die Unähnlichkeiten unendlich größer sind als die Ähnlichkeiten, daß aber eben doch die Analogie und ihre Sprache nicht aufgehoben werden (vgl. Lat IV). Gott wird nicht göttlicher dadurch, daß wir ihn in einen reinen und undurchschaubaren Voluntarismus entrücken, sondern der wahrhaft göttliche Gott ist der Gott, der sich als Logos gezeigt und als Logos liebend für uns gehandelt hat und handelt.

Der „reine und undurchschaubare Voluntarismus“ (im Islam ist er das Normale – soweit ich das jetzt verstanden habe) ist in christlicher Theologie immer dann am Werk, wenn der Mensch in einen krassen Gegenüberstand zu Gottes Jenseitigkeit beschrieben wird.

3. Nachdem der Papst dann die 3 unterschiedlichen Phasen der Kritik gegen die Hellenisierung des christlichen Glaubens referiert hat, erörtert er die praktischen Folgerungen seiner Darlegungen so:
Denn bei aller Freude über die neuen Möglichkeiten des Menschen sehen wir auch die Bedrohungen, die aus diesen Möglichkeiten aufsteigen und müssen uns fragen, wie wir ihrer Herr werden können. Wir können es nur, wenn Vernunft und Glaube auf neue Weise zueinanderfinden; wenn wir die selbstverfügte Beschränkung der Vernunft auf das im Experiment Falsifizierbare überwinden und der Vernunft ihre ganze Weite wieder eröffnen. In diesem Sinn gehört Theologie nicht nur als historische und humanwissenschaftliche Disziplin, sondern als eigentliche Theologie, als Frage nach der Vernunft des Glaubens an die Universität und in ihren weiten Dialog der Wissenschaften hinein.
Nur so werden wir auch zum wirklichen Dialog der Kulturen und Religionen fähig, dessen wir so dringend bedürfen. In der westlichen Welt herrscht weithin die Meinung, allein die positivistische Vernunft und die ihr zugehörigen Formen der Philosophie seien universal. Aber von den tief religiösen Kulturen der Welt wird gerade dieser Ausschluß des Göttlichen aus der Universalität der Vernunft als Verstoß gegen ihre innersten Überzeugungen angesehen. Eine Vernunft, die dem Göttlichen gegenüber taub ist und Religion in den Bereich der Subkulturen abdrängt, ist unfähig zum Dialog der Kulturen.
Er wehrt sich damit übrigens gegen das Abdrängen der Ethik in die private Beliebigkeit.
Mit deutlichem Kritik an postmodernem Relativismus (Wahrheit wird jenseits von Vernunft und Begründbarkeit zu privatem Überzeugtsein) beendet er seine Rede schließlich so:

Der Westen ist seit langem von dieser Abneigung gegen die grundlegenden Fragen seiner Vernunft bedroht und kann damit nur einen großen Schaden erleiden. Mut zur Weite der Vernunft, nicht Absage an ihre Größe – das ist das Programm, mit dem eine dem biblischen Glauben verpflichtete Theologie in den Disput der Gegenwart eintritt. „Nicht vernunftgemäß (mit dem Logos) handeln ist dem Wesen Gottes zuwider“, hat Manuel II. von seinem christlichen Gottesbild her zu seinem persischen Gesprächspartner gesagt. In diesen großen Logos, in diese Weite der Vernunft laden wir beim Dialog der Kulturen unsere Gesprächspartner ein. Sie selber immer wieder zu finden ist die große Aufgabe der Universität.
Meine Zusammenfassung:
Die Botschaft an den Islam lautet dann direkt so:
• Weite deine Diskussionfähigkeit, indem du das Kriterium „Vernunft“ aufnimmst in die Grundprämissen des Glaubens.
Die Botschaft an die Universität lautet:
• Erweitert euren Vernunftbegriff (jenseits von Emperie und Falsifierbarkeit) um die Möglichkeit, aus religiösen Quellen zu schöpfen
Die Botschaft an die Postmoderne lautet:
• Entwickelt wieder ein Gesamtbild der Wahrheit gegründet auf vernünftiger,kommunizierbarer Logik.
Die Frage bleibt offen, wie weit sich die Plausibilitätsvorstellungen von Islam, Wissenschaftsparadigma der Neuzeit und Postmoderne verändern lassen oder besser: wodurch? Ist die liberale Position (weltanschaulich neutral) durchzuhalten, bzw. wird sie in dem von einigen (wenigen?) erwarteten„Clash of Civilization“ die Kraft haben, die nötig wäre?
Meine Position dazu skizziere ich kurz:
Mit Peter L. Berger (Zwang zur Häresie)
bin ich der wissenssozioliogisch begründeten Überzeugung, dass Spezialisten nicht kraft ihrer Argumente Recht behalten werden im wissenschaftlichen Diskurs, sondern die Meinungshoheit durch (das ist wissenssoziologisch erwiesen) „Mehrheiten“ geschaffen werden. Plausibilität erhält immer das, das sozial verankerte Stützstrukturen aufweisen kann.
Und in diesem Zusammenhang wird der Kampf um die Meinungshoheit zur Zeit (Postmodern oder im Kulturkreis des Islam vormodern) mit harten Bandagen ausgefochten. Mal schauen, ob sich die Massen mit mehr Gewaltpotential eher durchsetzen? Oder eher die Kriegsstrategen oben? Die Gefahr, dass Plausibilität durch Terror(möglichkeit) erreichbar ist, lernen die Extremisten im islamischen Kontext sicher von den extrem hochgerüsteten westlichen Kriegsmächten (USA). Denn wer auf die „erlösende Kraft der Gewalt“ setzt (ob durch Kriegsmaschinerie oder durch terroristische Anschläge
„Der Terrorismus der Macht erzeugt den Terrorismus der Ohnmacht“)
lehrt seine Gegner immer nur das eine: Gewalt scheint zu funktionieren. Also benutze sie!
Von daher wird sich meiner Meinung nach eine wahrheitsstützende Mehrheit auf das Machtpotential stützen wollen. Wenn Christen in diesem „Spiel“ mitmachen (jenseits der rein kognitiven universitären Auseinandersetzung – und die ist dringend nötig!), muss Jesu 3. Weg des „gewaltfreien Widerstands“ gegründet auf der Angstfreiheit vor dem Tod (Hebräerbrief. 2, 14f) gelebt werden. Nur so wird die westliche Welt nicht mehr mit „mehr Gewalt“ antworten auf Terror und überzeugend einen Gott und seine Wahrheit übermitteln, die in dem Gewaltverzicht Jesu am Kreuz gründet.
P.S. Geht es hier wirklich um den „Kampf der Kulturen“?
Dazu die ausführliche Kritik dieses Konzeptes hier:
So wird Kultur, die sich bisher noch als gesellschaftlich wertvoll und nötig bewährt hatte, zum Instrument der Macht und Gewalt, zum vermeintlichen Gegenmittel gegen Zerstörung. Diese Umkehrung der Werte ist das Werkzeug und Zerrbild vernichtender Interessen auf allen Seiten und wird zur Angst- und Machtsymbolik schlechthin.
Von daher ist es dann relativ gleichgültig, um was es wirklich geht. Es ist ein Kampf der Symbolik. Und wie dann dieser symbolische Machtkampf ausgelöst wird, ob von der US-Presse oder der dänischen und ob in Palästina oder im Iran Fahnen verbrannt werden, ist in dieser Hinsicht im Grunde gleichgültig. Es herrscht die Reaktion und die Reaktionäre schaukeln sich in besinnungsloser Selbstbehauptung bis zur Selbstvernichtung hoch. Es ist ein Kampf um etwas, das nicht mehr auseinandergesetzt, sondern nurmehr verteidigt werden kann.Eigentlich war es für die Betroffenen nie ein „Kampf der Kulturen“. Für alle ging es zuvor um Mittel des Lebens, Erdöl, Wasser und andere Bodenschätze und Märkte.

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Beerdigungen für die Kreative Klasse

Posted on 15 September 2006 by Helge Seekamp

Matthias Horx, FUTURE-GURU in Deutschland und anderswo, definiert die „kreative Klasse“ in seinem neuen Buch „Wie wir leben werden“ mit folgenden 5 Testfragen:
„1. Verdienen Sie Ihr Geld überwiegend mit Leistungen, die einen Unterschied erzeugen?

2. Wie Sie nur ungefähr, wie Ihre Tätigkeit in einem, in zwei oder fünf Jahren aussehen wird?

3. Haben Sie in Ihrem Leben schon mehrere Berufe ausgeübt?

4. Beträgt der zeitliche Aufwand, den Sie zum Üben, Trainieren und Weiterentwickeln Ihrer Fähigkeiten aufwenden, mehr als 50 Prozent der Zeit, in der Sie tatsächlich perfomen, als aktiv Geld verdienen?

5. Variiert Ihr Einkommen um mehr als 30 Orzent im Jahr – beziehungsweise kann es in den nächste Jahren um diese Schwankungsbreite variieren?

Wenn Sie auch nur eine dieser Fragem mit einem klarn „Allerdingst!“ beantworten, gehören Sie zumindest zum Umfeld des kreativen Millieus…“ S.132

Weiter beschreibt er die entscheidenden Unterschiede zum bisherigen Industriezeitaltergeprägten darin, dass Geld nicht mehr das Kernthema ist:
„Die Währung wird nicht mehr in Kontoständen ausgezahlt. Sondern in Aufmerksamkeit, sozialer Anerkennung, biografischem Wohlgefühl, Herausforderung. Alles „bohemische“ Kriterien für Lebensqualität. In unserer kosmopolitischen Kultur kann man ruhig ein armer Schlucker sein, wenn man eine gute Geschichte zu erzählen hat (das allerdingst ist Bedingung).“ S.133

Unter dem Stichwort „Leonardo-Prinzip“ verhandelt er die neue Wertschöpfungsmethode:
„Heute signieren Bauern mit ihren Unterschriften ihre Produkte – zum Beispiel Eier von freilaufenden Hühnern – und sogar Putzfrauen verewigen auf Toiletten ihr Wirken! Diese Individualisierung indiviudeller Differenzleistungen ist ein typisches Merkmal des Paradigmenwechsels. Ein indurstrielles Produkt lebt durch seine Normierung. Es unterscheidet sich vom handwerklichen Unikat durch beliebige Kopierbarkeit und geringen Preis.“S.135

Als ich all das las, kam mir der Gedanken, dass wir eine „industrielle“ Beerdigungskultur ablösen müssen durch eine „postindustrielle“ oder eine, die ins „conceptual age“ passt. Warum?

Nun, als Pfarrer erlebe ich Beerdigungen in der Regel als hypergenormte Veranstaltungen. Neben den Abläufen, Liedern und Ritualen der Bestattungsunternehmen, sind fast noch die Ansprachen austauschbar, ersetze in einigen Fällen nur den Namen und die Ansprache würde sö durchgehen.

Neulich sprach mich eine mir fremde Frau, die auf einer meiner Beerdigungen war an und sagte: So eine Ansprache habe ich ja noch nie gehört. Ich war natürlich neugierig, was denn so einmal an meiner Beerdigungsansprache gewesen sein sollte (ich sprach über – na, was glaubt ihr?- über Psalm 23, einen der häufigsten Beerdigungstexte wie ich annehme…).

Also fragte ich nach: Was denn der genaue Unterschied gewesen sei. Und ihre Antwort: Sie haben mit den Menschen gesprochen wie in einem Gespräch.

Der feine Unterschied besteht also nicht darin, was ich im einzelnen sage (Inhaltesebene), sondern wie ich es sage (Sprechakt-Ebene). Wenn ich die Lebensgeschichte eines Menschen in der Ansprache so thematisiere, dass es wie ein „Gespräch“ mit den Angehörigen klingt, hat das natürlich außerordentliche Folgen für die Inhalte: Ich werde automatisch keine Allgemeinplätze, keine Distanz, sondern Beziehung, Individualität, Einzigartigkeit kommunizieren. Ist das schon alles?

Zum Gespräch gehört auch immer ein unverwechselbares „Ich“. Und das bedeutet, dass ich als Prediger etwas von mir zeige, nicht einfach in einem so streng ritualisierten Setting. Aber es geht.

Erstaunliche Trends in den letzten Beerdigungen, die ich in meiner beschaulichen Kleinstadt erlebt habe: Die Lieblings-CD des Verstorbenen wurde aufgelegt, Gedichte der Verstorbenen wurden durch nahe Angehörige vorgetragen (ich hatte dazu ermutigt mit den Worten: Sie müssen es nicht machen wie man Beerdigungen allgemein macht…).

Wie könnte eine Beerdigung für die Mitglieder oder Angehörigen der kreativen Klasse gestaltet werden? (Gibt es die in Lemgo überhaupt, ist der unbedarfte Leser geneigt zu fragen. Sicherlich, nur ob sie noch in der Kirche zu finden ist, das ist sicher eine Frage wert.

Darum hier nun meine Idee für eine erneuerte Beerdigungskultur:

Idee: Ich biete maßgeschneiderte Beerdigungsfeiern an, mit Mut zu Extravaganz (nicht, was alle schon immer gemacht haben). Auf jeden Fall etwas von der Persönlichkeit des Verstorbenen performen. Z.B. durch Symbole: Sprachsymbole, Musiksymbole oder auch Bildsymbole installieren…

Wichtig: Die Marke dieser neuen Beerdigungskultur prägen… mit dem richtigen Beerdigungsinstitut als Partner geht es. Ich biete meinen Namen als Marke an (Siehe oben: Bauern unterzeichnen mit ihrem Namen Eier, warum ich nicht durch meinen Namen Beerdigungen. Mehrwert durch Unterschied). Mit diesem Markennamen und meinem Konzept könnte ich auch die Menschen beerdigen, die keine spezifisch christlichen Bestattungen wünschen (freier Beerdigungsredner) und mit entsprechendem Honorar deutlich machen, dass keine Mitgliedschaft zur Gemeinde bestanden hat.

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Freundschafts-Evangelisation (oder Empfehlungsmarketing) und das Global-Village-Syndrom

Posted on 13 September 2006 by Helge Seekamp

Wer das „Global village-Paradox“ verinnerlicht, geht Reklamationen und Empfehlungsmarketing anders an. Auf 1000 Bekannte kommt man leichter, als man denkt. Wenn Sie die Tabelle ausfüllen, wissen Sie bald, ob Sie unter- oder überdurchschnittlich vernetzt sind. Doppelnennungen sortieren Sie am Schluss wieder aus. Unter Bekannten verstehen wir Beziehungen zu erwachsenen Menschen. Beziehungen aus der jüngeren oder älteren Vergangenheit, die nicht immer intensiv und tragfähig sein müssen. Menschen, die man irgendwie kennt und mit denen man je nach Situation bei einem zufälligen Treffen auch ein paar Sätze austauschen würde, die über das „Guten Tag“ hinausgehen.

Wo kennen gelernt Anzahl Personen
Schulzeit
Ausbildung/Studium
Organisation/Vereine
Nachbarschaft
Arbeitsplatz (alle Arbeitgeber berücksichtigen)
Arbeitsweg
Kunde
Familie/Verwandte
Einkauf
Ferien
Bekannte der Kinder
Schule der Kinder/Lehrer
Sport
Veranstaltung
Ferien
Auto/Werkstatt
Freunde
Kirche
Seminare/Kongresse
Militär
Restaurant
Stau
Total

fuchs@propeller.ch

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Innovative Menschen brauchen die ganze Breite der Straße

Posted on 13 September 2006 by Helge Seekamp

Was Sinn macht, ist eine ganz persönliche Angelegenheit. Aber ein Unternehmen kann das Umfeld so gestalten, dass Menschen schneller fündig werden. Sie sind dann eher für Veränderungen zu begeistern.meditieren.gifWer nur auf IQ setzt, wird auch nur einseitig intelligente Menschen anziehen. Der innovative Mensch geht weder links, noch rechts. Er hat Fantasie, Disziplin und braucht die ganze Breite der Strasse.

Die Grundbedürfnisse des Menschen ändern sich kaum. Ein Unternehmen muss ihnen neue Rituale, Zeichen und Symbole geben können. Am besten gelingt dies, indem man gute Geschichten erfindet.
Hier mehr

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Unsere Zielgruppe (Kunden im Marketingdeutsch) sind…

Posted on 13 September 2006 by Helge Seekamp

Nach Dr. Werner Fuchs…

Was bedeutet die Liste unten wohl für unsere Arbeit in der Entwicklung von Gemeinden und bei missionarischen Tätigkeiten?
Kunden sind Menschen. Und Menschen treffen ihre Entscheidungen weniger rational, als sie gerne glauben. Propeller geht bei allen Überlegungen davon aus, wie die Menschen sind. Nicht wie sie sein sollen. Auch wenn das für stark erzieherisch denkende Leute schmerzhaft ist
Was Kunden wirklich wollen. – Kontrolle über das Ungewisse haben. Sicherheit.
– Bekannte Muster und Erinnerungen geniessen.
– Geborgenheit in einer Gruppe finden.
– Eigene Entdeckungen machen.
– In der ersten Reihe sitzen.
– Spiel, Spass und Spannung haben.
– Zeit einsparen und wieder ausgeben.
– Das beste und grösste Kuchenstück bekommen.
– Ohne viel Eigenaufwand begehrt werden.
– Den Brut- und Pflegetrieb ausleben.
– Orientierungshilfen für unbekannte Welten erhalten.
– Ewige Jugend und Unsterblichkeit ergattern.
– Zu den Klügsten und Schönsten gehören.
– Dem Nichtstun frönen und bedient werden.
– Ohne Sturzgefahr auf der Bühne stehen.
– Im Schlaf reich werden.
– Freiheit und Wahlmöglichkeiten haben.
– Immer wieder sich selber sehen und hören.

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Einige interessante Buchtipps zu Marketingfragen…

Posted on 13 September 2006 by Helge Seekamp

Einige Ausschnitte aus einer langen Literatur-Liste zu Marketingfragen von Werner Fuchs

Toscani, Oliviero: Die Werbung ist ein lächelndes Aas. Mannheim 1996.Der grosse Fotograf und Werber für Benetton hat von den Mechanismen der Werbung mehr begriffen als die meisten seiner Kritiker. Und was er vor einem Jahrzehnt dazu zu sagen hatte, gilt mit wenigen Einschränkungen noch heute. Für mich eines der ganz wichtigen Bücher.Schmitt, Bernd, Simonson, Alex: Marketing-Ästhetik.

Strategisches Management von Marken, Identity und Image. Düsseldorf 1998.
Auch eines der Bücher, die zu früh erscheinen und deshalb zu Unrecht kaum beachtet werden. Tom Peters sind die beiden Autoren jedoch nicht entgangen. Und er war so begeistert, dass er das Vorwort schrieb, in dem er zum Schluss die Empfehlung abgibt, das Buch zur allgemeinen Pflichtlektüre für die Marketinggemeinde zu erklären. Schmitt/Simonson sind der Zeit voraus, wenn sie Ästhetik als strategisches Werkzeug beschreiben, Identitätsmanagement mit Ästhetik betreiben und Hilfsmittel für das Messen von Ästhetik bereitstellen. Für das Denkmodell von „Tausend und eine Macht“ waren die 416 Seiten von grosser Bedeutung.


Peters, Tom: Re-Imagine. Spitzenleistungen in chaotischen Zeiten. Starnberg 2004.

Ein faszinierendes, unterhaltsames und schönes Buch, wie es zurzeit wohl nur Tom Peters schreiben kann. Auch weil der dem Verlag offenbar ein so aufwändiges Layout zu verkaufen mag. Der einflussreiche Management-Vordenker wird mit zunehmendem Alter noch radikaler, was sich auch in seiner Sprache äussert. Und dass er die Neurologen erwähnt, nimmt er viele ihrer Erkenntnisse in sein Buch auf, weil Tom Peters ein guter Beobachter ist, wenig vom offiziellen Hochschulwissen hält und auf eine langjährige Praxis zurückblicken kann. Pflichtlektüre.

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Design – der Schlüssel zur Kommunikation und…

Posted on 13 September 2006 by Helge Seekamp

Meine neueste Fundstelle ist der Schweizer Marketingexperte Werner Fuchs
geb. am 22. 12. 1952 in Zürich .

Er begeistert mich, weil er nicht nur unendlich belesen ist, sondern vor allem aus persönlicher (leidvoller) Geschichte Tochter war sehr krank) ein faszinierter Rezipient der höchstaktuellen Neurowissenschaften ist und diese in sein Marketingkonzept integriert…

Hier seine Thesen zum Design:
1. Design visualisiert
Weil formale Kriterien schneller erfasst werden als inhaltliche, gewinnt die Oberfläche. Der heutige Konsument ist ein zappender und zappeliger Oberflächensurfer. Denn Surfen erhöht seine Überlebenschancen in den Informationsfluten. Marketingdesign macht Wichtiges erkennbar.

2. Design verpackt InhaltDas Formale ist das wichtigste Entscheidungskriterium. Aber wehe dem, der nur Verpackung verkauft. Schlechte Produkte und Dienstleistungen haben auf Dauer keine Chance. Marketingdesign kümmert sich auch um Inhalte, wenn sie nicht in die vorgesehene Verpackung passen.

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Über mich

Helge Seekamp ist mit 50% als Pfarrer in der ev.-ref. Kirchengemeinde St. Pauli (Lemgo) angestellt, mit weiteren 50% wirkt er als Geschäftsführer von http://www.endlich-leben.net seit 1994 (Gründungsmitglied) bei der Entstehung eines diakonischen Selbsthilfenetzwerks mit. Ehrenamtlich entwickelt er als Vorsitzender von ACC-Deutschland (Association of Christian Counsellors in Deutschland) www.acc-dachverband.de die Qualitätssicherung von BeraterInnen im Kontext der Deutschen Gesellschaft für Beratung weiter. Meine wissenschaftlichen Texte finden sich im Research-Network: Follow me on ResearchGate

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