Archive | März, 2011

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Spannungsvolles Miteinander – auf dem Weg zur Kirche 21

Posted on 31 März 2011 by Helge Seekamp

Die emergente Bewegung von Christen, die im 21. Jahrhunder kulturgemäß oder auch bewußt konterkulturell leben wollen, hatte im Herbst 2010 ihre Jahrestagung.

Die folgenden Themenräume sind bleibende Aufträge für das spannungsvolle Miteinander:

Fromm oder politisch?

Wir suchen einen Weg, der über den Gegensatz von Konzentration auf das Seelenheil und Engagement für das Gemeinwohl hinausgeht.

Mächtige Leitung oder individualisierte Nachfolge?

Wir suchen einen Weg zu einer positiven Führungskultur, die das Potenzial von Gruppen und Einzelnen aufweckt und unterstützende Strukturen hilfreich gestaltet.

Alles neu oder alle dabei?

Wir suchen einen Weg, mutig voran zu gehen und doch unterschiedliche Geschwindigkeiten zuzulassen.

Gott – unnahbar oder intim?

Wir suchen einen Weg, mit Gott im persönlichen Kontakt zu leben, und dabei seine Fremdheit und Andersartigkeit zu respektieren.

Heilige Schrift oder gewachsenes Buch?

Wir suchen einen Weg, die Bibel zu lesen, und dabei sowohl ihren Offenbarungscharakter als auch die redaktionelle Entstehung zu würdigen?

Aufsatz oder Diktat?

Wir suchen einen Weg im Umgang mit den Möglichkeiten unterschiedlicher Lebensgestaltung, der sowohl die Eigenverantwortlichkeit betont, dabei jedoch nicht beliebig wird.

Schreibt mir, ob ihr Ideen dazu habt? Was gibt es im Netz dazu schon?

 

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Kirche 2.0 – Entwicklungen aus dem Milieu hinaus

Posted on 26 März 2011 by Helge Seekamp

Gemeinde 2.0: Plenum 5 – Michael Herbst from ejw on Vimeo.

Auf der großen Konferenz Gemeinde 2.0, veranstaltet vom EKD Zentrum „Mission in der Region“ – Evangelisches Jugendwerk in Württemberg – Evangelischer Kirchenbezirk Bernhausen – Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG), Greifswald, geht es um die Zukunft der Kirche. Mit 900 Teilnehmern ist die Konferenz für Gemeinde-Innovation gerade frisch zu Ende gegangen.

Dabei kann die Deutsche Landeskirche eine Menge von der anglikanischen Kirche in England lernen, die selbst durch eine Krise gegangen ist, die aufgrund wirtschaftlicher und spiritueller Hintergründe der deutschen Situation um Jahre voraus ist. Erstaunliche und mutmachende Entwicklungen lassen von einer Kirche 2.0 träumen.


Wer rastet, der rostet”, heißt es im Volksmund. In der missionarischen Gemeindeentwicklung gilt Ähnliches: Ansätze, die gestern noch “neu” und herausfordernd waren, sind heute u.U. schon nicht mehr geeignet, Menschen mit dem Evangelium zu erreichen. Zugleich gibt es Uraltes, das nie aufhörte zu wirken. In einer Welt, die sich fortwährend ändert, ist es jedenfalls wichtig, das eine vom anderen zu unterscheiden und nach den Wegen zu suchen, die heute helfen, Gemeinden in der Mission Gottes zu stärken und zu fördern. Von der Anglikanischen Kirche können wir dabei viel lernen: Mut zu Neuem, Bewahren der Fundamente, Humor, Experimentierfreude, Klarheit und Weite – und ein ansteckend fröhliches Kirchen-Wesen.
Prof. Dr. Michael Herbst
Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG)

Michael Herbst nennt 5 Kriterien für eine „fresh-expression of church“:

  1. Die Gemeinde muss eine klare missionarische Ausrichtung haben, nicht der Hort einer speziellen Frömmigkeit sein (die unter sich bleiben möchte).
  2. Erkennbare Leitung, die nach innen führt und nach außen rechenschaftsfähig! (Nicht in die „heilige Trinität der Kirche“ pressen: Pfarramt, Kirchgebäude, agendarischer Gottesdienst).
  3. Die Aussicht auf Dauer gewähren (für eine gewisse Zeit verlässlich tun können, was sie sich zu tun vorgenommen hat).
  4. Einen erheblichen Teil dessen, was sie tut selbst finanzieren können oder Zugang zu verlässlichen und verantwortbaren Ressourcen haben.
  5. Erkennbar die Marke „evangelisch“ vertreten (an ihrer Bindung an das Evangelium, Bekenntnis und Loyalität zur Kirche keinen Zweifel lassen). Continue Reading

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Gedicht „lob den Fragen“ (Rainer Maria Rilke)

Posted on 24 März 2011 by Helge Seekamp

Es ist ja auch sehr innovativ,

passend in das 21. Jahrhundert zumindest, was der Dichter Rainer Maria Rilke einmal folgendermaßen zusammenfasste:

Und ich möchte dich so gut ich kann,

bitten Geduld zu haben gegen

alles Ungelöste in deinem Herzen

und zu versuchen,

die Fragen selbst lieb zu haben,

wie verschlossene Stuben und wie Bücher,

die in einer anderen Sprache geschrieben sind.

Forsche jetzt nicht nach den Antworten, die dir nicht gegeben werden können,

weil du sie nicht leben könntest.

Und es handelt sich darum, alles zu leben.

Lebe jetzt die Fragen.

Vielleicht lebst du dann allmählich, eines Tages, ohne es zu merken

in die Antworten hinein.

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Neue Erfindungen planmäßig und mit anderen zusammen machen

Posted on 05 März 2011 by Helge Seekamp

Ja, wie cool ist das denn? Diese Entdeckung ist für mich als „Innovations-Sucher“ sehr anregend (ich werde es noch ausprobieren:-). Aber, was das Teil kann, scheint mir schon verheißungsvoll:

Endlich ein Web 2.0 Erfinder-Tool: yutongo. (beta)

Erfinden gemeinsam gestalten

Aus dem Erfinderprozess Schritt 2

Diese Features scheinen mir vielversprechend zu sein:

Ich stelle mir vor, dass wir im Team damit kreative Lösungen auch für „geistige“ Erfindungen besser gemeinsam erarbeiten könnten…

Wie wären diese Anwendungsbeispiele?

  • Für Creative-Lösungen-Seminare (im Seminar und später zu Hause geht es weiter…)
  • für Volxkirche (Wir erfinden die Kirche der Beteiligung neu)
  • für „Was machen wir mit der Lüerdisser Kirche“ (Bessere Nutzung eines Kirchengebäudes (mit bis zu 50 Personen aus dem Dorf?)
  • für emergenete Kirche überhaupt (Erfindet gemeinsam mit eurer Zielgruppe die Veranstaltungen, das Leben, die Methoden, die euch weiterbringen).
  • Es gibt sogar eine Variante für das „Unternehmen“, die intern verwendet werden kann (Passwortgeschützt). Über die Konditionen weiß ich nichts (auf Anfrage, es ist im frühen Betastadium).

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Über mich

Helge Seekamp ist mit 50% als Pfarrer in der ev.-ref. Kirchengemeinde St. Pauli (Lemgo) angestellt, mit weiteren 50% wirkt er als Geschäftsführer von http://www.endlich-leben.net seit 1994 (Gründungsmitglied) bei der Entstehung eines diakonischen Selbsthilfenetzwerks mit. Ehrenamtlich entwickelt er als Vorsitzender von ACC-Deutschland (Association of Christian Counsellors in Deutschland) www.acc-dachverband.de die Qualitätssicherung von BeraterInnen im Kontext der Deutschen Gesellschaft für Beratung weiter. Meine wissenschaftlichen Texte finden sich im Research-Network: Follow me on ResearchGate

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