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Friede, Freude, Eierkuchen? Wie es dazu kam…

Posted on 30 Juli 2012 by Helge Seekamp

Wie konnte dieser besondere Slogan von Paulus, dem Apostel für die Römer, wie er  in Kap. 14, 1-15,7 seines Römerbriefs zu finden ist, so zum Sprichwort werden und durch den Kakao gezogen werden? Hier der Originalslogan:

V. 17: Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. (Übersetzung: Luther 84)

V. 17: Denn im Reich Gottes geht es nicht um Fragen des Essens und Trinkens, sondern um das, was der Heilige Geist bewirkt: Gerechtigkeit, Frieden und Freude.  (Übersetzung: Neue Genfer Übersetzung)

MeinVerdacht für die Kakaoversion: Es wirkt alles zu illusionär oder als bloße Floskel. Darum wird eine Banalität hinzugefügt.

Selbst Wikipedia weiß sich keinen Rat. Oder die Gesellschaft für deutsche Sprache? Auch nicht! Schade. Dabei steht diese Begriffsreihe in einem passenden Kontext (fast identisch) in der Bibel. Mir scheint immer mehr: Dieses Sprichwort ist ein ernstzunehmendes Urteil gegenüber einer gängigen (christlichen) Missinterpretation des Römer 14-Kapitels: Modell Schmusekurs statt komplexe Problemlösung wie Paulus sie versucht. Passend erscheint mir das je länger ich darüber nachdenke. Warum werden Konflikte oft nicht konstruktiv bewältigt? Meist zu Lasten einer Partei. Paulus versucht allen gerecht zu werden. Doch werden die Feinheiten des paulinischen Schlichtungsvorschlags oft nicht verstanden: Maßstab ist die göttliche Trias von Gerechtigkeit, Friede und Freude. Daran möge man sich messen. Und zwar alle 3 sollen gleichzeitig und gleichwertig zum Zuge kommen. Viel Spaß beim Lösen dieser kniffligen Aufgabe:

Es geht um innovative Formen von Konfliktlösungen (2000 Jahre alt):

  • Freude: Göttliche gewirkte Freude (im und durch den Heiligen Geist). Mein Slogan dazu: Freude ist eine Emotion, die von außen kommt (gg. individualistisches Menschbild, vgl. Emotionskonzeption).
  • Friede: Göttlich geschenkter und aufrecht erhaltener Friede als GANZHEITSVISION (Schalom), die Spannungen, also ein spannungsvolles Miteinander nicht ausschließt. Die menschliche Willensbildung ist nach Powell auf unterschiedlichen Ebenen unterschiedlich zu entwickeln. Dabei gibt es eine typische Willenshierarchiebildung. Die Frage ist nicht nur wie man Willen entwickelt, sondern auch auf welcher Ebene das Wollen angesiedelt ist: Programm oder Prinzipebene (ein sehr hohes abstraktes Level) oder auf der Sequenzebene (sehr konkret). Für den „Willen zum Frieden“ ist das über allem wirkende Prinzip entscheidend, nämlich welches? Ein „Konfliktvermeidungsprinzip“ oder  ein“Spannungen moderieren-Prinzip“?
  • Gerechtigkeit: Keine Illusion, sondern die gerechtfertigte Grundsehnsucht von Menschen, es miteinander zu schaffen im Ausgleich der berechtigten Interessen. Ich glaube, dass Paulus in Rom plädiert hat für das Konsensverfahren als eines der ältesten Ideen von indigene Stammeskulturen für Konfliktvermittlung vor dem Königsprinzip und der recht jungen (Umsetzung) von Demokratie-Verfahren. Dabei hat er das göttliche Vorbild vor Augen, der die Feinde (Röm 5, 6: als wir noch schwach waren) liebt und sie konsequent inklusiv behandelt, statt sie exklusiv aus seiner Welt zu entfernen.

Dass Paulus hier keine abstrakte Floskel einbringt, sondern ernsthaft bemüht ist, konkret in die Gemeindesituation hinein zu sprechen und dabei die großen Linien der Offenbarung Gottes mit dem kleinen Alltagskram der Römer zusammenspricht, genau das möchte ich zeigen. Insofern bemühe ich mich, die religiösen „Großworte“ in handhabbare  Konzepte und umsetzbare Verfahren des menschlichen Miteinanders zu übersetzen. Die theologische Vorgabe Gottes zu den 3 Begriffen setze ich als einigermaßen bekannt und plausibel voraus. Die konkreten Folgerungen greifen als „Schlagworte“ eher nicht in der Praxis, darum bemühe ich mich darum, sie für unsere Gemeindepraxis konkret werden zu lassen.

In meiner Predigtreihe im Sommer 2012 führe ich mir  also diese 3 großen Schlagworte zu Gemüte, indem ich sie versuche konsequent auf die Situation in Römer 14 f hin auszulegen. Sicherlich ist zu den Begriffen gesamtbiblisch mehr und differenzierteres zu sagen als es in diesen 3 Predigten möglich ist. Meine Auslegung kann in den 30 Minuten auch gar nicht alles fassen. Zusätzlich  wirkt außerdem das Kriterium unserer Predigtreihe „Glaube am Montag!“ mit…

Unter der Fragestellung „Was kann ich in der Woche von diesen 3 großen Begriffen umsetzen“ ist die Blickrichtung auf das Tun vorgegeben.

Hier nun die Predigten zum Nachhören und für die Predigthörenden meine zusätzlichen Bonus-Materialien:

  • Mindmaps aus der Vorbereitung / z.T. nur Rohmaterial/ bitte im Uhrzeigersinn lesen mit Start bei 1 Uhr. DOWNLOADEN: Predigtreihe Römer 14
  • Schaubilder von der Präsentation „Frieden“

 

  • Präsentation zum Thema „Gerechtigkeit“.

 

Was mich besonders begeistert hat, war die fleißig genutzte Chance der Gottesdienstteilnehmenden, am offenen Mikro ihre Beispiele, Erfahrungen und Gebetsanliegen miteinanden zu teilen. Das ist leider in diesen Mitschnitten oder im Konzept nicht zu fassen. Es macht aber die Kommunikation reicher und die vorhandenen Lücken meines Beitrags wurden so geschlossen…

Methodischer Tipp: Ich versuchte durch verschiedene Maßnahmen die Predigten abwechslungsreich zu gestalten:

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„Respekt“ – eine Übersetzung für Liebe jenseits von Hollywood.

Posted on 07 September 2011 by Helge Seekamp

 „Unsere Kultur beruht auf der Fähigkeit zu kommunizieren: sprechen, schreiben, hören, lesen.“ Nur wer Wörter hat, kann Respekt erwarten in dieser Welt, das ist die schlichte, mächtige Gleichung des Schuldirektors Börje Ehrstrand in Rinkeby, Schweden.

 

Als ich vor kurzem den Artikel in der alternativen Wirtschaftszeitung Brand 1  über diese Schule in einer schwedischen Kleinstadt mit 50.000 Einwohnern las, berührte mich dieses Beispiel und macht mir Hoffnung. Aus jeder Zeile las ich das heimliche Schlüsselwort „Respekt“, der Schlüssel zu den Herzen und in dieser Schule sichtbar der Schlüssel für große Veränderungen.

Ehrstrand:

„ Und den größten Respekt, den man den Schülern erweisen kann, ist es, sie mit Worten zu versorgen. Bis daraus ihre eigenen werden.“

Deswegen pflegt die Rinkebyskolan die Worte intensiver als alles andere. Bereits in der Vorschule beginnen die Kinder mit intensivem Unterricht in drei Sprachen, Schwedisch, Englisch und der jeweiligen Muttersprache. Ehrstrand hält es für einen großen Fehler, den Kindern ihre Muttersprache auszutreiben.

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Wie die Welt sich entwickeln könnte…

Posted on 14 Juli 2010 by Helge Seekamp

Der in seiner Schlichtheit und Possibilisten-Haltung motivierende norwegische Professor Hans Rosling in einem seiner 6 (dem neusten) TED-Talks:

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natürlich Gemeinde entwickeln…

Posted on 19 November 2009 by Helge Seekamp

NGE-Helix Prozess

Mit dem Helixprozess kann die Entwicklung von Qualität einer Gemeinde treffend Continue Reading

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Vernetzung für eine gemeinsame Weltpolitik

Posted on 04 Oktober 2009 by Helge Seekamp

Entwicklung einer Plattform für die Weltgemeingüter, die sogennannten „Global Commons“

“ Berlin (OTS) – Wer besitzt die Luft? Wie können wir die Weltarmut

ins Museum verbannen? Welche Rahmenbedingungen erfordert die
globalisierte Wirtschaft? Nichts Geringeres als eine sinnvolle und
gerechte Gestaltung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Globalisierung ist das Anliegen der Global Marshall Plan Initiative.

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Präsentationen, die Leben verändern

Posted on 15 Dezember 2006 by Helge Seekamp

Der Unterschied zwischen Powerpoint-Folien und Präsentationen ist oft der: Viele Folien sind überladen mit Inhalten, Sätzen, Aufzählungslisten (Powerpoint verlockt dazu durch seine Vorlagen), bei Präsentationen (im eigentlichen Sinne) geht es aber um ein ganzheitliches Erlebnis von Stimme, Körper, Bildern, Multimediaeffekte. Nach welchen Regeln

man solche gut gelungenen Präsentationen aufbaut, hat Cliff Atkinskon in einem Interview mit dem californischen Lern-Psychologie-Professor (Santa Barbara) herausgearbeitet. Continue Reading

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Wie werden Predigten besser? Oder wie du Standing Ovations erntest…

Posted on 16 Oktober 2006 by Helge Seekamp

Eine von den hilfreichen Tipps von Guv Kawasaki ist dieser:
Focus on entertaining. Many speech coaches will disagree with this, but the goal of a speech is to entertain the audience. If people are entertained, you can slip in a few nuggets of information. But if your speech is deathly dull, no amount of information will make it a great speech. If I had to pick between entertaining and informing an audience, I would pick entertaining–knowing that informing will probably happen too. Continue Reading

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Das Leben ist ein Lauf – krasse Lebensläufe…

Posted on 12 Oktober 2006 by Helge Seekamp

Ein Kurzvideo als Teaser, um den Lebenslauf eines Menschen zu beschreiben. bild-19.thumbnail.png

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Predigen wie im Cartoon? Verbessert die Performance.

Posted on 12 Oktober 2006 by Helge Seekamp

disney-zeichenkurs.thumbnail.jpgIch orientiere mich „un-heimlich“ an den Gesetzmäßigkeiten des Films, wenn ich eine Predigt entwickle. Klingt das sonderbar?

Ich benötige ein Drehbuch (meist in der Form eines Mindmaps, bzw. wenn ich eine Präsentation dazu mache, ist die Präsentation das Drehbuch), um die Rede aufzuzeichnen. Am geeignetsten sind Bilder. Wäre das nicht auch ein Schritt, um von der Ablesepredigt weg zu kommen :-)? Zeichne deine Predigt!

Dabei nutzt du die unterschiedlichen Shots und in ihrer jeweilig passenden Funktion: Totale, Halbtotal, Portrait, Detail (action) und „von oben“… übrigens die Gesetzmäßigkeiten jeder Bildkommunikation. Schon der berühmte Zeichner „Carson Van Osten (a famous Disney artist who did many Disney Comic Books and created the famous „Comic Strip Artist’s Kit“) von Walt Disney hat das in einem Kurzlehrgang für Comiczeichner aufgeführt, von dem ich dir hier einen Link eines ausgezeichneten Blogs für „visuelle Geschichtenerzähler“ zeige. Sehr lehrreich für Prediger, die etwas trocken sind…

Was machst du falsch, wenn du „trocken“ wirkst? Dazu gleich mehr. Hier das Bild:
disney-zeichenkurs.thumbnail1.jpg Die typischen Predigerfehler (besser: Fehler von Menschen, die nicht in Bildern oder Geschichten denken):

1. Du verwendest nur einen Stil von „Shot“? Meist haben die Exegeten gelernt, die Detailperspektive meisterhaft zu beherrschen. Zuhörer sehen vor lauter Baum den Wald nicht mehr.

2. Oder du fährst die ganze Zeit die Totale, erzählst „Alles und Nichts“ (Allgemeinplätze), die Kinder, die Mütter, die Arbeitslosen, die Armen, die Gesellschaft. Niemand sieht je ein besonderes Gesicht (Portrait) oder eine Emotion (Detail).

3. Vielleicht langweilen sie sich auch, weil du nicht genug Abwechslung in die Shots bringst… Zugegeben: Für eine sehr ruhige, meditative Stimmung ist die Totale sicher sehr geeignet, wenn dann nach 3 Minuten ein Reiter durchs Bild gallopiert dessen Geräusch sich langsam anbahnte, kann das ein wunderbarer Effekt sein. Das ist aber der Avantgard-Western-Style. Nicht jeder steht darauf. Normal ist eher ein Wechsel der Einstellungen im 3-5 Sekunden-Takt (zähl mal die Sekunden in einem Fernsefilm). Wer vor Kindern predigen muss, wird sich schnell an diese meine Worte erinnern…

4. Tempo: Auch unter diesem Gesichtspunkt kannst du „zu schnelle Schnitte“ oder „zu lange Einstellungen“ haben. Es kommt immer auf deine Absicht an und auf die Mischung. Der Kreativität ist hier viel Raum gegeben. Du solltest nur wissen, was du tust und warum du es tust 😉

5. Oder deine Schau-Spieler sind nicht gut gecastet worden? Du hast zu viele nichtssagende Gesichter, oder nur alles Rambotypen? Oder du hast die Heldin oder den Antipoden, den Antagonisten (den Feind) nicht gut eingeführt? Oder sie nur „comichaft“ als Karrikatur vorgestellt, so dass jedes Kind sieht, was böse (schwarz) oder gut (weiß) ist.

Niemand liebt den Feind und ist überrascht, dass er der Böse am Ende ist.Die Spannung ist natürlich futsch.

Ist denn übrigens der Teufel immer böse?

Paulus nimmt den Teufel in 1. Kor. 5, 5 zu Hilfe, um einen gefallenen Bruder (der 2. Kor. 7 bereut hat, es hat „funktioniert“!) wieder aufzuhelfen ( V.5: „…damit sein Geist gerettet wird“).

Jesus erlaubt dem Teufel, die Jünger zu „sichten“ (Luk 22: 31Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. a32Ich aber habe bfür dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder…“), betet aber um Glaubensstärkung – durch Neu-Bekehrung und „der Böse“ hilft bei diesem Prozess auf seine Weise mit.

6. Vielleicht ist auch dein „Cutter“ nicht so gut drauf. Die Zuschauer bemerken den Schnitt in eine neue Szene nicht wirklich. Die Bilder ähneln sich zu sehr (wahrscheinlich alle in der Halbtotale gedreht, da „kann man ja nichts verkehrt machen“:-). Zu wilde Schnitte und zu viel Hin- und Her kann sicher auch schaden. Aber ein, zwei interessante Schnitte wecken die Aufmerksamkeit des Zuschauers.

Beobachte mit dieser Brille dich selbst, andere Prediger oder Präsentierende (Powerpointler). Erwisch sie, wo sie gut sind und sag es ihnen.

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Video – Interview mit dir selbst (coole Präsentationsidee)

Posted on 11 Oktober 2006 by Helge Seekamp

Eine sehr interessante Methode, um sich selbst zu präsentieren, bzw. Dinge zu sagen, die neue Aufmerksamkeit wecken.

Was passiert, wenn du bei einer Predigt die anderen ROLLEN, FRAGEN an dich oder dein Thema durch einen „kritischen Reporter“ stellen lässt, der du selbst bist.

Technisch ist das kein große Problem: Continue Reading

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Über mich

Helge Seekamp ist mit 50% als Pfarrer in der ev.-ref. Kirchengemeinde St. Pauli (Lemgo) angestellt, mit weiteren 50% wirkt er als Geschäftsführer von http://www.endlich-leben.net seit 1994 (Gründungsmitglied) bei der Entstehung eines diakonischen Selbsthilfenetzwerks mit. Ehrenamtlich entwickelt er als Vorsitzender von ACC-Deutschland (Association of Christian Counsellors in Deutschland) www.acc-dachverband.de die Qualitätssicherung von BeraterInnen im Kontext der Deutschen Gesellschaft für Beratung weiter. Meine wissenschaftlichen Texte finden sich im Research-Network: Follow me on ResearchGate

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