Design – der Schlüssel zur Kommunikation und…

Posted on 13 September 2006 by Helge Seekamp

Meine neueste Fundstelle ist der Schweizer Marketingexperte Werner Fuchs
geb. am 22. 12. 1952 in Zürich .

Er begeistert mich, weil er nicht nur unendlich belesen ist, sondern vor allem aus persönlicher (leidvoller) Geschichte Tochter war sehr krank) ein faszinierter Rezipient der höchstaktuellen Neurowissenschaften ist und diese in sein Marketingkonzept integriert…

Hier seine Thesen zum Design:
1. Design visualisiert
Weil formale Kriterien schneller erfasst werden als inhaltliche, gewinnt die Oberfläche. Der heutige Konsument ist ein zappender und zappeliger Oberflächensurfer. Denn Surfen erhöht seine Überlebenschancen in den Informationsfluten. Marketingdesign macht Wichtiges erkennbar.

2. Design verpackt InhaltDas Formale ist das wichtigste Entscheidungskriterium. Aber wehe dem, der nur Verpackung verkauft. Schlechte Produkte und Dienstleistungen haben auf Dauer keine Chance. Marketingdesign kümmert sich auch um Inhalte, wenn sie nicht in die vorgesehene Verpackung passen.

3. Design ist AllesWir entwerfen keine Möbel, Flaschen oder Kleider. Wir designen Firmen-, Produktekulturen. Auch Nichtmaterielles wie etwa Dienstleistungen müssen in Formen gegossen werden. Sprache ist ein ideales und preisgünstiges Verpackungsmaterial. Deshalb ist Corporate Language so wichtig.

Ja, ja, ja… arbeiten wir an unserer Corporate Language? Formen wir sie bewußt? Haben wir in Text und Rede unsere Schlüsselworte schon gefunden? Implizit sicherlich, aber wie explizit (bewußt) arbeiten wir an unserer Sprache?
4. Design hat religiöse ZügeIn einer Welt, die immer komplizierter wird, sucht der Konsument nach Sicherheit, nach neuen Orientierungen. Für viele Menschen wurden Marken zum Ersatz religiöser Geborgenheit. Marketingdesigner mögen die Geschichte von Harley-Davidson.5. Design muss kreativ seinWas sich nicht unterscheidet, hebt sich nicht ab. Produkte und Dienstleistungen müssen sich dauernd weiterentwickeln. Kreativität wird für die Unternehmen zur Überlebensfrage. Unsere massgeschneiderten Kreativitätsseminare verändern sich seit zehn Jahren.6. Design liebt MayaModern zu sein, ist noch kein Qualitätssiegel. Design, Bilder, Worte und Rituale müssen irritieren und trotzdem verstanden werden. Menschen wollen das Neue mit Altbekanntem verbinden. Deshalb halten wir uns an die Maya-Regel. Most advanced yet acceptable.
Genau – diese spannende Mischung aus most advanced und doch noch akzeptabel muss es sein, sonst ist Kirche lang-weilig… Besser: Darstellung von Kirche lang-weilig, weil keiner mehr bis zu Ende zuhört, weil nichts Neues zu erwarten ist. Und hirnlogisch ist „Neues“ immer der einzige Grund für Aufmerksamkeit.
7. Design ist ein VersprechenWas Unternehmen produzieren und anbieten, sind immer Botschaften. Im Wettbewerb stehen eigentlich keine materiellen Produkte, sondern Zeichen und Versprechungen. Das ist keine gescheite Theorie, sondern die Realität der Kundenwahrnehmung.
Theologisch gesagt: „Verheißungen“ sind der Schlüssel. Was verheißen wir als St. Pauli-Gemeinde auf unserer zukünftigen Homepage, in unserer Brücke, mit unseren Prospekten, mit unseren Gebäuden, mit unserem Veranstaltungs-design? Helft mir, das wahrzunehmen…
8. Design ist immer daAuch wer schweigt, sagt etwas. Und wer kein Marketingdesign hat, hat trotzdem eines. Wahrscheinlich eine schlechtes. Marketingdesign versteht das ganze Unternehmen als Produkt mit Symbolcharakter. Und früher oder später dringt jede Unternehmenskultur nach draussen.
Was dringt von uns nach draußen? Analyse und Kundenbefragung ist angesagt… An sonsten können wir nur im Inneren verändernd arbeiten, damit das gewünschte Resultat nach draußen dringt.
9. Design ist individuellEs gibt kein Produkt, das allen gefällt. Für das Marketingdesign sind Produkt und Kunden gleichwertige Partner. Für ein gutes Produkt finden sich immer Kunden. Hauptsache, man versteht ihre individuelle Sprache, ihre Inszenierung, ihre Formen.10. Design liebt das EinfacheDie Kunst erfolgreichen Marketings liegt in der absoluten Reduktion auf das Wesentliche. Denn komplizierte Strategien lassen sich weder kommunizieren, noch durchsetzen. Wir verstehen Marketingdesign als Übersetzungsarbeit. Wir sind begeisternde Verpackungskünstler.
Ja, ja, ja… Übersetzen, verpacken, Komplexität reduzieren… meine Lieblingsthemen…

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Über mich

Helge Seekamp ist mit 50% als Pfarrer in der ev.-ref. Kirchengemeinde St. Pauli (Lemgo) angestellt, mit weiteren 50% wirkt er als Geschäftsführer von http://www.endlich-leben.net seit 1994 (Gründungsmitglied) bei der Entstehung eines diakonischen Selbsthilfenetzwerks mit. Ehrenamtlich entwickelt er als Vorsitzender von ACC-Deutschland (Association of Christian Counsellors in Deutschland) www.acc-dachverband.de die Qualitätssicherung von BeraterInnen im Kontext der Deutschen Gesellschaft für Beratung weiter. Meine wissenschaftlichen Texte finden sich im Research-Network: Follow me on ResearchGate

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