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Schenke ihnen alle 3 Minuten ein positives Erlebnis…

Posted on 15 Januar 2007 by Helge Seekamp

Nido Qubein, Direktor einer amerikanischen Hochschule „High Point“ ist klassisches Modell für den Ansatz des Tom Peters-Wow-Changemangements.
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Neben außergewöhnlich überzeugender Redebegabung (Top-Ten der Communicators 2006, 2. ist übrigens Rick Warren!) und „Verkäufermentalität“ – er wird im Leaderline-blog erwähnt–(sein Fundraisingkonzept: Du musst mit wenig Mitteln zeigen, dass du eine gewaltige Veränderung anstiften kannst
„You can’t make incremental change and transform a culture. You need big results or they wont‘ see or appreciate the changes. If it takes too long to see change, they will give up before they even get started. I had to create WOW changes fast and continually.“

So haben sie zuerst in Projekte investiert, die die Kultur /Atmosphäre deutlich verändern:

82 Millionen zugesagte Dollar in Renovierungen der Gebäude… neue Gebäude… und als man die gewaltigen Veränderungen sah, fanden sich weitere Spender (100 Millionen).

Der Clou: mit recht wenig Einsatz wird die gesamte Aufnahmekultur radikal verändert: Motto: schenken ihnen alle 3 Minuten ein positives Erlebnis.

Der erste Tag bei einer Uni kann sehr frustrierend sein. Du hast 3 Minuten Zeit, den „möglichen“ neuen Studenten das Gefühl zu vermitteln, das ihnen sagt: Hier kann ich „zuhause“ sein – oder im schlimmsten Fall: Hier will ich nie landen.

Was hat er angeleiert?
„Positive experiences create brand. We want people to have a positive experience every three minutes when they first bring their kids to the university. We had bands playing music, free food and drinks at the kiosks around the grounds, free ice cream from our ice cream truck, and people ready to help with carts to carry luggage and boxes.“

• kostenlose Eiskremestände und Getränkestände alle paar Meter, kostenlose Imbissbuden überall

• Musikkapellen/Bands auf dem Gelände

• kostenloser Koffertransport durch ältere Semester

• der Direktor läuft ständig übers Gelände und schüttelt unentwegt die Hände (5-Min. Smalltalk)

• Das gesamte Uni-Personal machts dem Direktor nach und läuft lächelnd übers Gelände…:-)

Die Mütter, die ihre Kinder bei dieser Uni abgeben sind begeistert (sie mögen lächelnde Lehrer), die Jugendlichen auch. Zumal sie umsonst jeden Samstag das Auto gewaschen kriegen (wegen dem Staub, der durch die Renovierungen anfällt. Botschaft: Wir wissen, was euch Unannehmlichkeiten macht und beheben das, wir respektieren euer Eigentum.), zumal die Autos nach 21.00 Uhr einen kostenlosen Parkplatzwächter kriegen (Botschaft: Eure Sicherheit in einer schwierigen Umgebung ist uns höchste Priorität), zumal da die kostenlosen Eisbuden rumstehen (Botschaft: Wir sind hier großzügig…).

Zusätzlich führen sie eine „WoW-Karte“ ein,
Nido has instituted WOW cards that people can give to anyone who provides a WOW experience.

Und eine Person wird einzig und allein dafür angestellt, die Dinge herauszufinden, die keinen Spass machen und sie so umzugestalten, dass eine WOW-Erfahrung draus wird: ein eigener „WOW-Beauftragter“.

Stellt euch vor, eine Kirchengemeinde würde einen „WoW-Beauftragten“ ernennen mit dem Ziel: Finde heraus, wo wir unserem Anspruch „wir leben hier das Modell des ewigen Lebens“ nicht gerecht werden. Denn es predigen unsere Taten lauter als die Worte.

Beispiel: Anmeldung neuer Konfirmanden. Hier kommen die Eltern mit ihren Kids scheu und neugierig (seit Jahren) das erste Mal in die Gemeinderäume und fragen sich: In was für einen Laden kommen wir jetzt. Im Nacken all die immunisierenden Erfahrungen ihrer eigenen Konfirmandenzeit. Was muss passieren, dass sie alle 3 Minuten eine Wow-Erfahrung mit unserer Gemeinde machen? Ist dieser Gedanke all zu abwegig?

Oder bei unseren Evangelisationen… wie kriegen sie all „3 Minuten“ das Gefühl: „Hier bin ich richtig!“?

Oder bei unseren Gottesdiensten, Anbetungszeiten, Gebäuden, Projekten, Schriftstücken, Anmeldeformulare (Eintrittsformulare z.B.), unsere Sitzungen, unsere Publikationen, Flyer, usw. Wie kriegen wir eine Mentalität, dass „Wow-Effekte“ eine natürliche Sehnsucht von allen stillt. Mehr?

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Über mich

Helge Seekamp ist mit 50% als Pfarrer in der ev.-ref. Kirchengemeinde St. Pauli (Lemgo) angestellt, mit weiteren 50% wirkt er als Geschäftsführer von http://www.endlich-leben.net seit 1994 (Gründungsmitglied) bei der Entstehung eines diakonischen Selbsthilfenetzwerks mit. Ehrenamtlich entwickelt er als Vorsitzender von ACC-Deutschland (Association of Christian Counsellors in Deutschland) www.acc-dachverband.de die Qualitätssicherung von BeraterInnen im Kontext der Deutschen Gesellschaft für Beratung weiter. Meine wissenschaftlichen Texte finden sich im Research-Network: Follow me on ResearchGate

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